Der Magier

(2019)

Dieses Buch besticht durch seinen frischen, vollkommen unkonventionellen Stil.

Die Hauptakteure, hochgebildete und bestens geschulte Mitarbeiter, haben keine Allüren, sie haben Macken …

Sehr oft arbeitet dieses Team verdeckt, eingeschleust in kriminelle Banden und Organisationen.

Um dort erfolgreich zu sein, müssen sie sich anpassen: Nicht nur ihr Äußeres, auch das Auftreten und ihre Sprache sollten authentisch wirken. Eine Sprache, die uns heutzutage aber überall begegnet …

Auf eine erfrischende Art wird uns verdeutlicht, dass die Helden des Buches in Wirklichkeit auch nur Menschen sind …

Leseprobe:
Warum ging er noch nicht weg? Sie taten doch alles, wie er es ihnen befohlen hatte! Plötzlich kroch etwas Eiskaltes ihren Rücken hoch, ganz langsam, erschauernd, bis hoch ins Genick. Ihre Haare stellten sich auf. Das war das Letzte, was sie spürte. Sie war gelähmt, auch ihr Atem ging ganz langsam. Sie sah, wie der Fremde etwas ableckte und dann auf den Tisch legte. Und jetzt wusste sie es. Er hatte gelogen …

Sie sah, wie ihr Mann vom Tisch aufsprang und der Stuhl dabei nach hinten kippte. Sie hörte die Worte ihres Mannes, was der Scheiß hier soll und dann den leisen Plopp. Sie atmete erleichtert auf. Ein Problem hatte sich erledigt. Sie schaute ihre beiden Kinder an, Gina, die mit weit aufgerissenen Augen ihre Stulle fallen ließ und Max, der seinen toten Papa anstarrte. Und all das Blut, welches sich gerade auf den Fliesen ausbreitete. Was für eine Sauerei. Und das konnte sie dann nachher wieder wegwischen. Nachher. Jetzt setzte sie sich erst einmal an den Tisch und nahm die Tasse ihres Mannes, ihres Ex-Mannes, und trank einen Schluck des heißen Gebräus. Jetzt wird alles anders. Ganz anders …

Maurice Hände zitterten, als er den Umschlag in den Händen hielt. Paul griff ein und half ihm, das Teil zu öffnen. Darin war ein handgeschriebener Brief und zwei Fahrkarten. Maurice bat Paul, er möge bitte vorlesen, was da geschrieben steht. „Mein lieber Maurice, leider müssen wir für Deine Anreise eine kleine Änderung vornehmen. Aber keine Angst, Deine Fahrt wird nun noch schöner und entspannter. Du fährst nämlich jetzt mit dem schnellsten Zug der Welt, mit einem ICE, direkt bis nach Leipzig. Dann musst Du nur noch einmal umsteigen und schon bist Du in Berlin. Ich wünsche Dir eine gute Fahrt und einen schönen Tag.“ Für einen kurzen Moment waren alle geschockt. „Paul, du bist aufgeflogen. Raus da, sofort!“

Tom und Marie hatten vor sich auf der Bildschirmwand einen Lageplan des Hotels. Alle Zimmer, die bereits überprüft waren, verwandelten sich von Rot in Grün. Mehr als zwei Drittel waren bereits abgehakt, da kam es zu einer Unterbrechung. „Jenny, komm mal in die Erste. Das solltest du dir anschauen.“ Paul stand mit seinen beiden Beschützern im Zimmer und wartete, ohne sich weiter im Raum zu bewegen, auf ihre Ankunft. Sie brauchte nur einen kurzen Blick, um die Szene zu überschauen. Um den Kloß in ihrem Hals wegzuschlucken, entschieden länger. Jetzt mussten sie handeln, aber langsam ging ihr das Personal aus.

Zwei Stunden später. Die Straße sah aus wie ein Schlachtfeld, überall lagen Ziegel, Möbel und zerborstene Scheiben herum. Die Krankenwagen hatten den Platz verlassen, die Feuerwehr war auf ihrem letzten Kontrollgang. Das SEK hatte sich verabschiedet und unseren Vier dröhnten noch immer die Ohren von der Explosion. Sie waren zu dem Haus gelaufen. Gerade in dem Moment, als Ben den Befehl zum Stürmen gab, knallte es in der Wohnung. Zum Glück wurde keiner von ihnen oder gar unbeteiligte Personen ernsthaft verletzt, aber die Druckwelle war viele Meter weit zu spüren. Ein Teil des Daches war verschwunden, es lag weit verstreut um das Haus herum. Die Wohnung selbst hatte, zumindest bautechnisch gesehen, kaum Schaden genommen, da es nur wenige Wände gab, die einstürzen konnten. Die Verwüstung dagegen war unvorstellbar, als hätte sich ein Wirbelsturm genau an dieser Stelle ausgetobt. Es war verwunderlich, das nicht mehr passiert war. Außer kleinen Schnittverletzungen und diverser Glasbruch in den umliegenden Häusern hielt sich der Schaden außerhalb des Loftes in Grenzen. Der Brandherd in der Wohnung war relativ schnell gelöscht, denn die Gaszufuhr wurde sofort unterbrochen. Mittlerweile waren die Brandermittler vor Ort, immer einen Kriminaltechniker an ihrer Seite, damit eventuelle Spuren gesichert werden konnten. Keiner hatte so wirklich eine Ahnung, was passiert war. Das Loft existierte nicht mehr und alle, die sich darin aufgehalten hatten, konnten die Explosion nicht überlebt haben. Hier gab es für die Vier nichts mehr zu tun. Sie mussten jetzt die Ergebnisse abwarten. Fand die Spurensicherung wenigstens DNA?"

Klappentext:
Sie wurden gebucht, einen mysteriösen, bizarren Mord an einer ganz normalen Familie aufzuklären. Doch plötzlich stand Europols bestes Ermittlerteam einem weiteren Verbrechen gegenüber, welches dem Ersten bis ins kleinste Detail glich. Nur, dass es hunderte Kilometer entfernt stattgefunden hatte. War das Zufall?

Und wieso lagen am Tatort Fotos von ihnen? Drei ihrer Leute waren verbrannt – was war mit den restlichen Mitgliedern? Starben diese Familien vielleicht nur ihretwegen, waren sie selbst in Wirklichkeit das Ziel?

Als dann auch noch im Umfeld ihrer Chefin merkwürdige Dinge geschehen, steht am Ende nur noch eine Frage im Raum: Hängen alle diese Fälle zusammen?